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,,Malerisches Masuren“
vom 05.06.2018 – 12.06.2018

Abschlussbericht

Seit Ende der 1940er Jahre existierte Masuren in Deutschland für Jahrzehnte fast nur noch in Erinnerungen und Erzählungen. Von der Schönheit der Landschaft erzählten Schriftsteller wie Ernst Wiechert, Siegfried Lenz und Arno Surminski.

Um Land, Leute und Kulturen zu studieren, starteten 19 Freunde der Volkshochschule Baumholder zur Studienreise in das nordöstliche Polen, in die Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Die grüne Lunge Polens, umfasst weit über 3000 Seen und urige Wälder. Im Nordwesten berührt sie an der Danziger Bucht das frische Haff. Östlich davon schließt sich das Ermland mit seinen Kirchen und Marien-Wallfahrtsstätten an. Südwestlich erstreckt sich das historische Oberland. Und ganz im Süden beginnt Masuren, das Land der dunklen Wälder und kristallklaren Seen, unser Reiseziel. Die Anreise erfolgte über Frankfurt am Main, Leipzig, Berlin nach Stettin.

Wir besuchten die Hakenterrasse mit Ausblick auf den Hafen und auf die Oder. Nach einem recht kurzen, aber erlebnisreichen Besuch Stettins, ging unsere Reise über Köslin und Stolp nach Danzig.

Die während des Krieges stark zerstörte Stadt wurde von den Restauratoren wieder liebevoll aufgebaut. Wir besuchten den Danziger Hafenkran, das Rathaus und die Marienkirche, den größten gotischen Sakralbau Europas. Nach dem Besuch der einzigartigen historischen Innenstadt von Danzig, stand eine Hafenrundfahrt mit dem Besuch der Westernplatte, wo der 2. Weltkrieg begann, auf dem Programm. Danzig war ein Erlebnis.

Auf dem Weg nach Masuren besichtigten wir die Marienburg (Malbork). Die Marienburg ist die größte mittelalterliche Bauanlage in Europa. Ein phantastischer Burgkomplex, der uns begeisterte.

Weiter ging es bei herrlichem Sommerwetter in das nördliche Masuren, wo wir die Schönheit der unberührten Landschaft und die Sehenswürdigkeiten der Region genießen konnten. In der wunderschönen Wallfahrtskirche ,,Heiligelinde“ aus dem 17. Jahrhundert lauschten wir einem Orgelkonzert und bewunderten die Figuren an den Orgelpfeifen, welche sich während des Konzertes in Bewegung setzten.

In einem einsamen Wald- und Seengebiet, besuchten wir das ehemalige Führerhauptquartier, die Wolfsschanze. Hier wurde auch am 20. Juli 1944 das missglückte Attentat auf Hitler ausgeführt.

Den Nachmittag verbrachten wir bei herrlichem Sonnenschein auf einem Ausflugsdampfer der „Weißen Flotte“ von Nikolaiken, auf dem Spirdingsee.

Am nächsten Tag stand der Besuch der Johannisburger Heide im südlichen Masuren auf dem Programm. Wir sahen den 6km langen Johannisburger Kanal, welcher mehrere masurische Seen mit dem Spirdingsee verbindet. Danach besuchten wir das 1847 erbaute Kloster und die orthodoxe Kirche der Philipponen, welche 1840 erbaut wurde. Die Pilipponen sind „russisch Altgläubige“, welche das Dorf Eckertsdorf am Ufer der Krutynia gründeten.

Einer der idyllischsten Flecken Ostpreußens ist das Dorf Kruttinnen. Hier erwartete uns eine Stakenbootfahrt. Wir stiegen um in kleine Holzboote und ließen uns durch das flache, klare Wasser des Flüsschens „Kruttinna“ staken. Eine wunderschöne, sehr romantische Tour durch den grünen Tunnel der Kruttinna. Ungefähr so muss es im Paradies aussehen.

Auf dem Weg nach Posen, erwartete uns eine sehr interessante Stadtführung in Thorn. Thorn ist beidseitig der Weichsel gelegen und ist die an gotischen Bauwerken reichste Stadt Polens. Das historische Altstadtensemble, mit dem Geburtshaus von Nikolaus Kopernikus sowie der mittelalterlichen Anlagen der Stadt, wurde von der UNESCO zum Weltkulturerben erklärt.

Nach der Übernachtung in Posen besuchten wir auf unserer Heimreise die 33m hohe Christusfigur, welche bei Swobodzin (Schwiebus) auf einem Hügel zu sehen ist. Mit vielen neuen Eindrücken und Erinnerungen traten wir die Heimreise an. Das „malerische Masuren“ war schön und interessant.