VHS Aktuelles Studienreisen Tagesfahrten Theater Kurse Archiv

Bretagne - abwechslungsreich und liebenswert

Fahrt der VHS Baumholder vom 8. bis 14. September 2019

8. September

Gegen 6 Uhr startete die Reisegruppe mit 42 Teilnehmern und zwei Busfahrern zur Fahrt in die Bretagne. Erstes Ziel war Quimper. Die Stadt erreichten wir gegen 19 Uhr Für zwei Tage übernachteten wir im Hotel „Ibis“.

9. September

Mit Errol, unserem Reiseführer für die nächsten Tage, unternahmen wir einen Rundgang durch die Stadt. Quimper ist die Präfektur (Hauptstadt) des Départements Finistère. Die Stadt hat rd. 64.000 Einwohner. Der Name „Quimper“ stammt aus dem Bretonischen „kemper“ und bedeutet Zusammenfluss, da die Stadt am Zusammenfluss von Jet, Steïr und Odet erbaut wurde. Der Ort ist berühmt für seine Porzellan-Manufaktur. Seit vier Jahrhunderten werden hier in den Fayence-Werkstätten nach alter Tradition die Fayencen vollständig per Hand geformt und verziert.
Am Nachmittag ging es auf die Halbinsel Crozon. Crozon befindet sich zwischen Brest und Quimper und gehört zum einzigen Naturpark in der Bretagne. Weiter ging es nach Lanvéoc. Lanvéoc liegt etwa elf Kilometer südlich von Brest am gegenüberliegenden Ufer. Nächste Station war Camaret-sur-Mer, 80 km  von Brest und 75 km von Quimper entfernt, im äußersten Westen der Halbinsel Crozon und ist vom Atlantischen Ozean umgeben.

Seit Jahrtausenden besiedelt, entwickelt sich das Gebiet von Camaret-sur-Mer hauptsächlich im Mittelalter. Während des Hundertjährigen Krieges von den Engländern besetzt, wird die Stadt im 17. Jahrhundert von Vauban teilweise befestigt. Es wird im neunzehnten Jahrhundert mit den ersten Tests eines Propeller-U-Bootes durch einen amerikanischen Ingenieur, Robert Fulton, veranschaulicht, bevor es ein wichtiger Sardinenfanghafen wurde. Noch heute wird Camaret-sur-Mer sowohl wegen seines außergewöhnlichen architektonischen Erbes als auch wegen seiner erhaltenen und angenehmen Landschaften geschätzt.
Wer ein tolles Fotomotiv sucht, wird am alten Hafenbecken fündig, denn kaum zu übersehen liegt dort  ein halbes Dutzend alter Schiffe, halb verrottet am Strand.

Letzte Station an diesem Tag war der Vauban-Turm,  ein unter Vauban entstandenes Verteidigungsbauwerk, das zum UNECO- Weltkulturerbe gehört.

10. September

Nach dem Frühstück fuhren wir entlang der Küste zuerst nach Benodet, wo wir eine kleine Kapelle besichtigten. Dann ging es nach  Concarneau. Die Gemeinde liegt in einer der schönsten Buchten der Bretagne. Auf einer 350 m langen und 100 m breiten Insel befindet sich die Stadt- einer der meistbesuchten Orte in der Bretagne. Bekannt ist sie vor allem durch ihre "Ville close", die von dicken Festungsmauern umgebene Altstadt, die wie eine schwimmende Festung im Meer liegt. Nur über eine kleine Zugbrücke gelangen Bewohner und Urlauber auf die ummauerte Halbinsel. Ihre schmalen Pflastergassen sind links und rechts von Granithäusern mit bunten Fensterläden, Crêperien und Boutiquen gesäumt. Entlang der Stadtmauer der Ville Close bieten sich viele Aussichtspunkte auf Concarneau, den Yacht- und den Fischereihafen.

Zu einer kleinen Rast besuchten einige von uns das Restaurant „L´amiral“, in dem Kommissar Dupin aus der gleichnamigen Krimireihe bisweilen einkehrt.

Am Nachmittag ging es weiter nach Pont-Aven. Der kleine Mühlen-Ort schmiegt sich idyllisch in die grüne Flussmündung des gleichnamigen Flusses Aven. Berühmt geworden ist er vor allem, weil Paul Gauguin hier im 19. Jahrhundert dreimal die Sommermonate verbrachte und viele seiner berühmtesten Werke genau hier entstanden. Außerhalb des Ortes verbirgt sich die Kapelle von Trémalo hinter Eichen- und Buchenvorhängen. Gauguin hat dem mehrfarbigen Kruzifix des Kirchenschiffs mit seinem „Gelben Christus“ zu weltweiter Berühmtheit verholfen.

Am späten Nachmittag fuhren wir nach Lorient, wo wir die U-Bootbasis Keroman besichtigten. Die von den Deutschen während des zweiten Weltkrieges gebaute Anlage kann heute teilweise besichtigt werden. Von 1940 bis 1944 wurden drei gigantische Bunkeranlagen im Hafen gebaut. Heute werden hier zum größten Teil Schiffe gewartet. Nun war es Zeit in unser Hotel „Mercure“ zu kommen, denn ein recht ereignisreicher Tag lag hinter uns.

11. September

Die Hafenstadt Lorient liegt inmitten einer sattgrünen Hügellandschaft an der Mündung der Flüsse Blavet und Scorff im Departement Morbihan.
Die Stadt erfährt ihren Aufschwung ab 1666 mit der Gründung der Indienkompanie. Von nun an entwickelte sich die Stadt dank dem Handel, der Fischerei und dem militärischen Schiffbau weiter. Der Ort Lorient, der während des Zweiten Weltkriegs schweren Bombenangriffen ausgesetzt war, wurde in den 50-er Jahren neu aufgebaut. Zu seinem architektonischen Erbe zählen schöne Stadthäuser aus dem 18. Jahrhundert, der Indien-Kai, Häuser aus den 30-er Jahren, das Perystil und das Stadthaus-Ensemble Gabriel, die an die Indienkompanie erinnern.

Die erste Station an diesem Tag war Vannes. Die Altstadt zeichnet sich durch enge Kopfsteinpflasterstraßen und mittelalterliche Tore aus. Die Kathedrale Saint-Pierre de Vannes im Zentrum der Stadt vereint romanische und gotische Stilelemente. Der Place des Lices ist ein von farbenfrohen Fachwerkhäusern gesäumter Platz.  Wir unternahmen einen  kurzen Bummel über den Markt und durch die Fischhalle. Am Hafen gibt es Restaurants und Boote, die Ausflüge im Golf von Morbihan anbieten. Diese Gelegenheit nutzten wir zur einer ¾ stündigen Bootsfahrt nach Locmariaquer.  Hier erwartete uns schon der Bus zur Weiterfahrt nach Carnac Plage. Errol hatte bereits für uns in einem Restaurant „plats de fruit de mer“  bestellt, eine wirkliche Delikatesse.
Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zu den Steinfeldern von Carnac

In dieser Art sind sie die größten Megalith-Anlagen der Welt. Die Menhire (aufrecht stehende, große Steine) wurden hier um 4500 vor unserer Zeitrechnung aufgestellt. Heute sind davon noch weit über 2800 Steine in mehreren Gruppierungen zu sehen, auf einer Fläche von 40 Hektar und einer Länge von 4 Kilometern.

12. September

Heute führte uns die Reise für einen Tag nach Nantes.
Nantes ist die alte Hauptstadt der Bretagne und heutige Hauptstadt der Region Pays de la Loire. Sie liegt an der Loire ca. 50 km vom Atlantik entfernt. Nantes ist zur sechstgrößten Stadt Frankreichs angewachsen, eine bretonische Großstadt, die zusammen mit dem viertgrößten Hafen Frankreichs in St-Nazaire ein großes Wirtschaftszentrum am Atlantik bildet, eine moderne Metropole mit herausragenden Sehenswürdigkeiten und eine Universitätsstadt.
Erste Station waren die Les Machines de l’île. Zu sehen sind große mechanische Objekte, die „imaginären Welten“ greifen Ideen von Jules Verne, Leonardo da Vinci und aus der industriellen Geschichte von Nantes auf. Der „Grand éléphant“ (12 m Höhe, 40 Tonnen Gewicht) wandert mit seinen Gästen einige hundert Meter durch das Gelände. Dieses Spektakel ließen wir uns natürlich nicht entgehen.
Danach ging es ins Stadtzentrum. Wir besichtigten die Kathedrale Saint-Pierre, die  im gotischen Flamboyant-Stil erbaut ist, sowie das Grab von Franz II. und Marguerite de Foix, die Eltern von Anne de Bretagne,  und danach das Schloss der Herzöge der Bretagne: Das letzte Schloss an der Loire vor dem Ozean. An beiden Stationen konnte Errol wieder aus seinem reichen Wissensschatz viel  Interessantes erzählen.
Bis 16 Uhr hatten wir anschließend Freizeit, bevor es zurück zum Hotel ging. Hier mussten wir uns von Errol verabschieden, mit dem wir auch auf dieser Reise einen kompetenten Reiseführer hatten. Nun hieß es erneut Koffer packen, denn am nächsten Tag ging es zur unserer letzten Station auf der Reise, Chartres

13. September

Um 9 Uhr ging es in Richtung Chartes (rd. 480 km).
Gegen 15 Uhr erwarteten uns zwei Damen, die die Teilnehmer in zwei Gruppen auf einer 1 ½ stündigen Tour durch  die Kathedrale und die nähere Umgebung führten.
Krönender Abschluss war jedoch „Chartres en lumières“.  Jeden Abend vom 27. April bis 12. Oktober 2019 erstrahlt Chartres, sobald es dunkel geworden ist, in hellem Lichterglanz und gewährt auf einem spielerischen und poetischen Erlebnisweg durch die Stadt ungewöhnliche Einblicke. Wir beschränkten uns auf die Kathedrale. Die Lichtershow war einfach nur klasse!

14. September

Heute hieß es Abschied nehmen. Gegen 9 Uhr machten wir uns auf die  Heimfahrt.  Bis alle Teilnehmer ihren Heimatort erreicht hatten, war es etwa 18 Uhr.
PS. Insgesamt haben wir 2950 km zurückgelegt. Ein besonderer Dank gilt unseren Fahrern Marc und Larisa.

Jede Reise hat ein Ende, aber die Erinnerung daran ist unvergänglich.